Fehlersuche Systemdruckprüfungen



Der wesentliche bauliche Unterschied liegt in der Platzierung des Filtertrockners. Bei Systemen mit Drossel befindet sich die Trocknerkartusche in der Niederdruckleitung vor dem Kompressor. Da die Drossel nur eine unveränderliche Bohrung zum Einspritzen des flüssigen Kältemittels in den Verdampfer hat, ist nicht unter allen Betriebszuständen gewährleistet, dass es beim Austritt aus dem Verdampfer vollständig gasförmig ist. Noch flüssiges Kältemittel würde aber den Kompressor beschädigen. Deshalb strömt es erst durch den Trockner, wird gereinigt und entfeuchtet und verdampft dort vollständig, bevor es angesaugt wird.Bei Anlagen mit Expansionsventil dagegen befindet sich der Trockner in der Leitung zwischen Kondensator und Verdampfer. Das unter hohem Druck stehende flüssige Kältemittel aus dem Kondensator sammelt sich dort, wird ebenfalls getrocknet, gereinigt und gelangt -immer noch flüssig- ins Expansionsventil. Dieses wiederum spritzt eine genau dosierte Menge in den Verdampfer. Das austretende Kältemittelgas strömt dann über das Expansionsventil zurück in Richtung Verdichter. Das Ventil "misst" die Temperatur des rückströmenden Gases und variiert über einen Schieber im Inneren die einzuspritzende Menge. Damit ist immer eine vollständige Verdampfung vor Eintritt in den Kompressor gewährleistet.Bevor es nun ans Drückemessen geht, noch ein Hinweis: Die Werte in den folgenden Beispielen sind Zirka-Angaben, beziehen sich auf eine Umgebungstemperatur von 20 bis 25° und sind für die tendenzielle Beschreibung der Zusammenhänge ausreichend genau! Deshalb gibt es in den folgenden Fehlerbeschreibungen und Grafiken keine kommagenauen Zahlenwerte, sondern nur "zu hoch/zu niedrig", "normal" oder "normal bis zu hoch/zu niedrig". Die fahrzeugspezifischen Prüfwerte müssen unbedingt der einschlägigen Literatur (Serviceliteratur Fahrzeughersteller, Autodata) entnommen werden, da sie zwischen den einzelnen Fahrzeugtypen sehr unterschiedlich sind. Ein "in etwa" im Werkstattalltag führt unweigerlich zu einer klassischen Fehldiagnose!Zur Druckprüfung wird die Manometerbatterie des Servicegeräts über die Serviceanschlüsse mit der Anlage verbunden. Auch hier gelten wieder die Sicherheitshinweise aus Teil eins: geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen! Nicht rauchen!Noch bei stehendem Motor ermittelt man den statischen Anlagendruck, der bei korrekter Kältemittelfüllmenge bei beiden Anlagentypen auf Hoch- und Niederdruckseite bei etwa 5 bar liegen sollte. Daraus lassen sich schon erste Schlüsse für die weitere Fehlersuche ziehen.













Die weiteren Prüfungen werden bei laufendem Motor durchgeführt. Um aussagefähige Ergebnisse zu ermitteln, sollten folgende Rahmenbedingungen erfüllt werden:

Motor betriebswarm
Klimaanlage betriebswarm und eingeschaltet
Temperaturwählschalter auf kältester Stufe ("LO")
Luftgebläsemotor auf maximale Drehzahl eingestellt
Heizregulierventil ganz geschlossen
Umluftklappe auf Umluft gestellt
Kondensatorlüfter funktionsfähig
Kondensator- und Kühlerlamellen sauber und unbeschädigt (Verunreinigungen oder Beschädigungen blockieren den Kühlluftstrom, ggf. vorher reinigen bzw. instandsetzen!)
Magnetkupplung des Kompressors i.O.
Motor läuft mit erhöhter Leerlaufdrehzahl (› 1500/min)
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Zu den Systemdruckanzeigen
getrennt nach Anlage mit Expansionsventil bzw. Drossel. Die Farben für Niederdruck (blau) und Hochdruck(rot) findet man auch an den Schläuchen, Schaltern und Manometern der Servicegeräte wieder. Üblicherweise sitzt das (blaue) Niederdruckmanometer links.