Schaltzyklen des Kompressors



Durch Ein- und Ausschalten der Magnetkupplung des Verdichters wird die Verdampfertemperatur geregelt. Die Schaltzyklen, sprich der zeitliche Abstand zwischen Antrieb und Freilauf, sowie die Häufigkeit der Schaltvorgänge sind abhängig vom vorhandenen Niederdruck.Bei abfallender Verdampfertemperatur gefriert das Kältemittel und blockiert den weiteren Durchfluss. Der Druck auf der Verdampferauslassseite sinkt und der Niederdruckschalter unterbricht den Strom für die Magnetkupplung. Anschließend taut die Vereisung wieder auf und der Niederdruckschalter schaltet durch den ansteigenden Druck wieder durch. Der Stromkreis für die Kupplung schließt sich, diese zieht an und der Verdichter läuft wieder mit. Je nachdem, wie hoch die Schaltfrequenzen bzw. wie lange die Arbeits-/Freilaufphasen sind, kann man in Verbindung mit den ermittelten Systemdrücken Rückschlüsse auf den/die vorliegenden Fehler ziehen. Dies gilt allerdings für leistungsgerechte Kompressoren, die manchmal gar keine Magnetkupplung mehr besitzen und bei denen die Riemenscheibe ständig mitläuft. Bei diesen Typen erfolgt die Leistungsregelung -und damit quasi das Ein- und Ausschalten- im Inneren des Kompressors durch Verändern und Anpassen des Verdichtungsraums.

Bild 1)
Kompressor-Gau: Die Ursache für den Kompressortotalschaden ließ sich im nachhinein nicht mehr eindeutig ermitteln. Vermutlich waren Wartungsversäumnisse mit schuld, denn "verdächtig gemacht" haben sich das eingedickte Kompressoröl (zu hohe Feuchtigkeit) und der sich im Auflösen begriffene Filtertrockner, dessen Partikel über die Hochdruckseite in die Drossel gelangten.

Bild 2)
Fremdpartikel im Kältemittelkreislauf sind immer problematisch. Ist die Drossel stark verschmutzt, muss das komplette System gereinigt bzw. gespült werden, um Folgeschäden an den eben erst ersetzten Bauteilen zu vermeiden. Am besten baut man dazu die Komponenten aus.

Fazit
Verglichen mit mancher Fehlersuche an ABS- oder Motormanagmentsystemen scheint die Diagnose an einer Klimaanlage um ein Vielfaches einfacher - entsprechende Systemkenntnisse und das "richtige" Equipment (Servicestation, Lecksuchgeräte, Daten, etc.) vorausgesetzt. Und mit zunehmender Erfahrung wird man zwangsläufig schneller, auch wenn es um "verzwickte" Fehler geht. Allerdings ist die Instandsetzung von funktionsuntüchtigen Klimaanlagen nur eine Seite der Klimatechnik, mit der sich die zusätzliche Werkstattauslastung generieren lässt. Die andere ist, als Fachwerkstatt und "Klimaspezialist" dem Kunden den regelmäßigen präventiven Klimaanlagenservice anzubieten. Hierzu eine Zahl am Rande: Nach verschiedenen Schätzungen sind heute über 70 Prozent der Neuwagen und bereits 30 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands in Deutschland mit einer Klimaanlage ausgestattet. Das entspricht einem Volumen von über 13 Mio. Einheiten. Es gibt also viel zu tun. Worauf man bei der Reparatur noch achten sollteMuss man wegen einem der oben genannten Fehler Bauteile wechseln, ist natürlich immer erst die Anlage mit der Servicestation ordnungsgemäß zu evakuieren. Keinesfalls darf man Druckschalter oder andere Teile "einfach so" aus dem Kältemittelkreis lösen, selbst wenn die Anlage scheinbar leer ist. Ausströmendes Kältemittel verursacht auf der Haut durch die große Verdunstungskälte augenblicklich schmerzhafte Erfrierungen und Blasen. Kältemittelgas in den Augen kann zur Erblindung führen!Beim Absaugen wird immer auch etwas Kälteöl aus der Anlage mitgerissen und bei den meisten Geräten in einem separaten Sammler aufgefangen. Die Farbe gibt Aufschluss über Schmierfähigkeit: Je dunkler die "Brühe" ist, desto dringender ist ein Ersatz angesagt. Im Extremfall sollte dann auch das Öl im Kompressor gewechselt werden. Dazu ist in aller Regel ein Ausbau nötig. Beim Wiederbefüllen dosiert man die entnommene Menge frisches (!) Öl dazu.Neue BauteileMuss ein Teil der Klimaanlage ersetzt werden, ist bauteilabhängig vor dem Einbau immer eine gewisse Menge Kälteölmenge in dieses einzufüllen. Die meisten Fahrzeug- und auch Teilehersteller schreiben dazu in ihrer Literatur konkrete Mengen vor. Gibt es keine Daten oder kann kein Altöl aus dem defekten Bauteil als Referenzmenge abgelassen werden, können folgende Mengen als grobe Richtschnur dienen:

Kondensator bis zu 30 ml
Verdampfer bis zu 30 ml
Trockner ca. 10-12 ml
Kältemittelleitungen (gesamt) ca. 30 ml

Richtig zuverlässig kann der Ölstand einer gelaufenen Anlage nur geprüft werden, wenn der Verdichter einen entsprechenden Peilstab besitzt. Ansonsten ist die Sache mit einem deutlichen Mehraufwand verbunden: Bei entleertem Kältemittelkreislauf baut man den Kompressor aus, öffnet die Ölverschlussschraube und entleert das Öl in einen Messzylinder, um die Ist-Menge zu ermitteln.