Mögliche Ursachen für Geräuschentwicklung beim ZMS

Bedingt durch strengere Abgasvorschriften haben moderne Motoren höhere Drehmomente, Zünddrücke und Mehrfacheinspritzungen. Dies führt zu immer stärkeren Drehungleichförmigkeiten und Drehschwingungen des Motors und somit zu stärkeren Schwingungsanregungen des Antriebsstrangs. Die höheren Ansprüche an Komfort und Laufruhe sowie Maßnahmen zur Schonung des Getriebes erfordern extrem leistungsfähige Torsionsdämpfer. Das SACHS Zweimassenschwungrad (ZMS) entkoppelt Schwingungen und unterdrückt Geräusche.

Gründe für Geräusche.

Oft wird das ZMS erneuert, weil es Geräusche verursacht. Dieser Schaden ist allerdings häufig nicht die Ursache, sondern die Folge eines überlagerten Defekts. Die ZMS Geräusche sind meist nicht auf interne Fehler, sondern auf ungewollte Drehschwingungen des Motors zurückzuführen. Ein Wechsel des ZMS beseitigt die Geräusche evtl. kurzfristig, aber nicht dauerhaft. Solange die Ursachen des überlagerten Defekts nicht beseitigt werden, wird ein neues ZMS nicht die Laufleistung erreichen, für das es konzipiert ist, und daher wieder vorzeitig ausfallen. Leistungssteigerungen durch Chiptuning verkürzen die Laufleistung des ZMS erheblich, da durch die Drehmoment und Leistungssteigerung des Motors das ZMS permanent mechanisch überlastet wird. Die genannten Drehschwingungen als überlagerter Defekt können als Ursache sowohl mechanische wie auch elektrische Defekte haben. Mechanische Probleme können z. B. verursacht werden durch:

- verstellte Steuerzeiten, z. B. durch gelängten Zahnriemen bzw. Steuerkette
- Undichtheiten im Kraftstoffsystem (Niederund/oder Hochdrucksystem)
- bei Pumpe-Düse-Motoren falsche Grundeinstellung des Synchronisationswinkels der Pumpe-Düse-Elemente
- schadhafte Motor-/Getriebe oder Kardanwellenlagerungen Elektrische Probleme können hervorgerufen werden durch:

- fehlerhafte Verkabelung, z.B. Masseschluss oder Unterbrechung der Sensoren (Luftmassenmesser …) oder Aktoren (Einspritzventile…)
- Elektrikdefekte an den Einspritzdüsen
- defekte Steuergeräte.

Fehler eingrenzen

Das Prüfen der Einspritzanlage mit einem handelsüblichen Diagnosegerät, z. B. BOSCH KTS, bezieht sich nicht nur auf das Auslesen des Fehlerspeichers. Dies ist nicht ausreichend, um den Fehler genau zu lokalisieren. Viele der oben genannten Ursachen werden nicht im Fehlerspeicher hinterlegt. Daher ist es wichtig, die Fehler über Zustände und Parameter (z. B. Ladedruck, Einspritzdauer etc.) einzugrenzen, die sich über die Messwertblöcke der einzelnen Diagnosegeräte abrufen lassen.