Ein Stammkunde kam mit seinem Geländewagen zur Werkstatt und erklärte dem Meister, dass “irgendwas mit der Bremse nicht in Ordnung” sei. Nach genauerem Hinterfragen klang das so: “Immer wenn ich in meine Garageneinfahrt fahre und ich rangieren muss, geht die Handbremskontrollleuchte an”. Zunächst vermutete die Werkstatt einen zu geringen Bremsflüssigkeitsstand, da der entsprechende Geber mit der Kontrollleuchte für die Handbremse kombiniert war. Deshalb wurde der Bremsflüssigkeitsstand im Vorratsbehälter bis Maximum gefüllt, eine kurze Probefahrt mit Bremsungen und Rangiermanövern durchgeführt und der Kunde mit einem “Alles o.k.!” weitergeschickt.

 

Dieser besuchte die Werkstatt jedoch bald wieder - natürlich mit demselben Fehler! Nach eingehender Prüfung der elektrischen Anschlüsse im Motorraum und des Gebers im Bremsflüssigkeitsvorratsbehälter bestellte die Werkstatt einen neuen Schwimmer, da sie eine zeitweilige Fehlfunktion vermutete.

 

Doch der neue Schwimmer brachte keine Abhilfe. Die Werkstatt erinnerte sich an die Kundenbeanstandung, die besagte, dass die Leuchte in Verbindung mit “Rangieren und Bremsen” ansprach. Der Mechaniker studierte die Herstellerangaben und fand heraus, dass bei dem vorliegenden Fahrzeug ein Drucksensor den Unterdruckvorrat im Bremskraftverstärker überwachte und bei einem zu geringen Vakuum eine Warnung über die Handbremskontrollleuchte veranlasste. Bei dem Problemfahrzeug handelte es sich um einen Geländewagen mit Dieselmotor, bei dem eine separate, an den Generator angeflanschte Vakuumpumpe den für den Bremskraftverstärker benötigten Unterdruck erzeugte. Bei der Leistungsprüfung mittels Prüfmanometer wurde festgestellt, dass das bei Leerlaufdrehzahl vorhandene Vakuum gegenüber den Herstellerangaben eindeutig zu gering war. Weiter diagnostizierte die Werkstatt, dass nach mehrmaligem Betätigen des Bremspedals kurz hintereinander der Unterdruck im Bremskraftverstärker annähernd aufgebraucht war und die Kontrolllampe ansprach.

 

Die Lichtmaschine wurde ausgebaut, die Pumpe zerlegt und dabei ein für die Laufleistung abnormaler mechanischer Verschleiß festgestellt. Dem Schadensbild nach zu urteilen lief die Unterdruckpumpe schon längere Zeit trocken, obwohl sie zur Versorgung mit Schleuderöl über zwei Schläuche mit der Motorölwanne verbunden war. Einer der Schläuche zeigte sich nach der Demontage jedoch stark verkokt, was zum Schmiermittelmangel und letztlich zum Verschleiß führte.

 

Die Werkstatt beseitigte die Verstopfung und erneuerte die Lichtmaschine samt Unterdruckpumpe. Anschließend trat der Fehler nicht mehr auf. Um in der weiteren Betriebszeit einen ähnlichen Schaden (aufgrund von Ölverkokung) auszuschließen, empfahl die Werkstatt ihrem Kunden, die vorgeschriebenen Ölwechselintervalle unbedingt einzuhalten und auch bei der Ölqualität nicht zu sparen.