Ein Kunde hatte sich bei einer anderen als seiner “Stamm-Werkstatt” eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung aus dem Zubehörprogramm in seinen Geländewagen nachrüsten lassen. Allerdings war er mit deren Funktion nicht sonderlich zufrieden: Zum einen arbeitete die Anlage sehr unzuverlässig, sprich, sie öffnete beziehungsweise sperrte nur sehr selten auf den Schlüsselbefehl. Zum anderen war seit der Nachrüstung nach etwa drei Tagen Standzeit die Fahrzeugbatterie leer. Auch die vor längerem ebenfalls nachgerüstete Wegfahrsperre zeigte seit dem Einbau nach Aussage des Kunden diverse Fehlfunktionen und ließ einen Motorstart erst nach mehreren Versuchen zu. Mehrere Werkstattbesuche bei der Einbauwerkstatt -meistens montags, weil nach dem Wochenende die Batterie wieder leer war- verliefen bisher erfolglos. Nach dem Einschleppen wurden regelmäßig Generator, Batterie, die elektrische Anlage mit allen in Frage kommenden Relais überprüft. Auch der Einbau an sich wurde mehrfach anhand der Einbauanleitung kontrolliert und diverse Teile des Einbausatzes probeweise ausgetauscht. Doch bisher, ohne den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Aus diesem Grund war dann letztendlich doch wieder die “Stamm-Werkstatt” mit diesem Problemfahrzeug an der Reihe in der Erwartung, dass sie den Fehler endgültig finden - und beseitigen könnten. Zunächst wurde mit dem Multimeter der Gesamtstrom ermittelt und errechnet, dass bei dem gemessenen Wert die Batterie bei einer angenommenen 70-Prozent-Ladung tatsächlich nach drei Tagen leer sein musste, so wie es unser Kunde schilderte. Um den Fehler weiter einzukreisen, zog die Werkstatt reihum die Sicherungen der einzelnen Schaltkreise und versuchte, mit dem Multimeter einen dann noch vorhandenen Stromverbrauch herauszumessen. Mit dieser Methode hatten sie Erfolg: Auf der Dauerplusleitung zum rechten vorderen Fensterhebermotor fand sich bei gezogener Sicherung noch ein dubioser Verbraucher. Doch selbst nach Abstecken des Motors war der “Stromabnehmer” laut Multimeter immer noch vorhanden. Beim Freilegen der Leitung - die Werkstatt vermutete einen Kurzschluss innerhalb des Kabelstranges - wurde ein zusätzlich angelötetes Kabel gefunden, das vermutlich zu dem unbekannten Verbraucher führte. Unter stückchenweiser Zerlegung des Autos verfolgte die Werkstatt das Kabel und gelangte schließlich zur Anhängersteckdose.

Nach Aufklappen des Steckdosendeckels lief den Mechanikern auch gleich “rostiges Wasser” entgegen. Entsprechend sahen die Innereien der Dose aus: Korrosion und Grünspan wohin man blickte. Der von uns diagnostizierte Kurzschluss kam letztendlich durch einen Kriechstrom zwischen dem “30er-Kabel” und der nachträglich eingezogenen Leitung in diesem “Feuchtraum” zustande. Durch die Kapillarwirkung war die Feuchtigkeit sogar schon ein Stück weit in den Kabelstrang vorgedrungen. Als eigentliche Ursache wurde die defekte Abdichtung der Steckdose ermittelt. Nachdem diese komplett erneuert und die Korrosionsspuren am Kabelstrang gründlich beseitigt war, funktionierte die Elektrik wieder ohne jeglichen Fehler.