Wenige Stunden nachdem wir einen Gebrauchtwagen älteren Baujahrs an den Käufer ausgeliefert hatten, stand dieser wieder auf unserem Werkstatthof und bemängelte, dass die Tankanzeige nicht richtig funktionierte.
Trotz vollgetanktem Kraftstoffbehälter wurde ein halbvoller Tank angezeigt.
Es war eine leichte Übung, das Anzeigeinstrument zu prüfen:
Wir legten das Signalkabel am Tankgeber an Masse – woraufhin die Nadel zum Voll- Anschlag wanderte.
Also konnte nach unserer Überlegung nur der Tankgeber defekt sein.
Ohne ihn auszubauen und näher zu überprüfen bestellten wir einen neuen.
Als wir ihn am folgenden Tag einbauten, staunten wir darüber, dass sich an der Anzeige nichts verändert hat. Obwohl mit dem Fahrzeug nicht gefahren wurde, stand die Nadel des Instruments immer noch auf halbvoll.
Wir bauten den Füllstandsgeber noch einmal aus und leuchteten mit einer Taschenlampe in den Tank – der tatsächlich nur halbvoll war.
Also fuhren wir selbst an die nächste Tankstelle und versuchten das Fahrzeug voll zu tanken, doch bereits nach wenigen Litern schaltete die Zapfsäule ab. Zurück in der Werkstatt nahmen wir es auf die Hebebühne und untersuchten den Tank sowie die Füllleitungen.
Dabei stellten wir fest, dass ein Verbindungsschlauch an einer schlecht einsehbaren Stelle abgeknickt und das Befüllrohr verbogen war.
Nachdem wir die offenbar durch Hängenbleiben beschädigten Teile ersetzt hatten, ließ sich der Tank wieder vollständig befüllen, was auch durch die Tankanzeige bestätigt wurde.

Zwei Dinge lehrte uns dieser Fall:
Gebrauchtwagen bei der Hereinnahme genauer zu untersuchen und vor dem Austauschen von Teilen nach anderen möglichen Ursachen für das Fehlersymptom zu suchen.