Neulich hatten wir an einem VW Passat mit Pumpe-Düse- Motor einen 15 000er-Kundendienst durchzuführen. Alles klappte wie am Schnürchen.
Der Monteur beauftrage seinen Auszubildenden noch während den Wartungsarbeiten, schon mal die Serviceintervallanzeige mittels Diagnosegerät zurückzustellen. Nun war alles so weit fertig, das Motorenöl war eingefüllt und wir wollten gerade den Motor laufen lassen, um abschließend den Ölstand nochmals zu überprüfen.
Aber zu unserem Erstaunen sprang der Motor nicht mehr an.
Ein mulmiges Gefühl machte sich breit.
Was war passiert – schließlich wurde am Motor lediglich ein Ölwechsel durchgeführt?
Die eingangs durchgeführte Fehlercodeabfrage sämtlicher Systeme hatte doch keine Störung aufgezeigt. Das konnte auf dem Ausdruck nachgelesen werden. Also führten wir nochmals eine Fehlerspeicherabfrage des Einspritzsystems durch und staunten nicht schlecht, als auf der Geräteanzeige plötzlich zu lesen war: „Motorsteuergerät gesperrt“.
Wie konnte denn so etwas passieren?
Wir waren ratlos. Sicherheitshalber ließen wir das Diagnosegerät nochmals automatisch alle Steuergeräte nach Fehlereinträgen absuchen und druckten das Ergebnis ebenfalls aus. Dann verglichen wir sorgfältig den letzten Ausdruck mit dem eingangs erstellten. Hier waren nicht nur die Fehler dokumentiert, sondern auch die Codierung der einzelnen Systeme.
Bei der Codierung des Schalttafeleinsatzes fiel uns auf, dass die Code-Nummern nicht übereinstimmten. Auf dem letzten Ausdruck war die Zahl 15192 zu lesen. Das konnte nicht stimmen. Also gingen wir in das Menü des Schalttafeleinsatzes und gaben den Variantencode des ersten Ausdrucks ein. Danach versuchten wir den Motor zu starten, und er sprang auch sofort an.
Im Nachhinein ließ sich der Fall so rekonstruieren:
Der Auszubildende hatte bei seiner Aufgabe, die Serviceintervallanzeige zurückzustellen, am Diagnosegerät das falsche Menü erwischt und die Codierung des Schalttafeleinsatzes mit dem aktuellen Kilometerstand überschrieben.
Bei entsprechender Unachtsamkeit kann so ein Fehler aber nicht nur einem Auszubildenden unterlaufen.

Für uns alle war das eine Mahnung:
Augen auf bei der Gerätebedienung!