Vor kurzem kam einer unserer Kunden in unsere Werkstatt, bemängelte ein mit abnehmender Fahrgeschwindigkeit leiser werdendes Geräusch aus dem Bereich des Automatikgetriebes und wies gleichzeitig darauf hin, dass dieses bereits vor nicht allzu langer Zeit mit beachtlichem finanziellem Aufwand instand gesetzt wurde.
Während einer vom Kunden durchgeführten Probefahrt bestätigte sich sowohl das Auftreten des Geräusches als auch dessen Herkunft aus dem Bereich Mitteltunnel. Mit der Begründung, den Fehler zuerst gedanklich einkreisen und dann gezielt beseitigen zu wollen, vertrösteten wir den Autofahrer auf einen späteren Reparaturtermin. Die bis dahin verbleibende Zeit wurde zum Studium der gesamten diesbezüglichen Werkstattliteratur genutzt, wodurch jedoch deutlich mehr als nur ein Fehler als Ursache plausibel erschien.
Also führten wir zum Reparaturtermin zuerst eine nochmalige Probefahrt durch, bei der wir besonders genau hinhören wollten und deshalb zuvor alle Verbraucher und potenziellen Geräuschquellen ausschalteten.
Seltsamerweise war hiermit auch das besagte Geräusch verschwunden.
Nach einer kurzen Bedenkzeit schalteten wir das Gebläse wieder ein, wodurch auch das Geräusch erneut präsent war. Beim Gespräch mit dem Kunden stellte sich heraus, dass diesem der defekte Gebläsemotor seines Fahrzeugs bekannt war, er deshalb stets die Stufe l eingeschaltet ließ und darauf hoffte, dass der Gebläsemotor während der Fahrt anlief.
Im Detail: Die Lager des Gebläsemotors waren derart ausgeschlagen, dass dieser nicht aus eigener Kraft anlaufen konnte. Seine Drehzahl war somit stark von der Geschwindigkeit der einströmenden Luft abhängig, womit sich auch die bei abnehmender Fahrgeschwindigkeit geringer werdende Lautstärke des aufgetretenen Geräusches erklären ließ.
Der vermeintliche Schaden am Automatikgetriebe war somit lediglich ein defekter Gebläsemotor.