Zuerst hat er stark geruckelt, dann keine Leistung mehr gebracht und jetzt springt er nicht mal mehr an…,
so schilderte der Kunde den Schadenshergang unserem Serviceberater, der gerade den Auftragstext für den soeben abgeschleppten TDI notierte.
Die Frage nach lauten Motorgeräuschen verneinte der Kunde allerdings.
Unser Annahmemeister vermutete einen gerissenen Zahnriemen, nachdem er die nur spärlich ausgefüllten Wartungsnachweise im Serviceheft und einen Kilometerstand von 135 000 km registrierte. Der Steuerriemen war aber in Ordnung – „fast zu gut für den Kilometerstand“, wie der Mechaniker meinte. Eine statische Überprüfung der Steuerzeiten ergab einen sehr weit bei „spät“ liegenden Förderbeginn. „Vermutlich zwei Zähne daneben“, vermutete unser Mechaniker. Aber wieso?

Die Spannung war in Ordnung und auch die Ventile waren nicht auf die Kolben geschlagen. So stellten wir die Steuerzeiten korrekt ein und erledigten die Feinjustierung mit einem Tester. Die anschließende Probefahrt bestätigte die gelungene Reparatur, denn der Motor lief wieder einwandfrei.
Ca. eine Woche später, nach ungefähr tausend gefahrenen Kilometern, stand das Auto wieder bei uns – diesmal aber mit einem vom ADAC festgestellten „Motorschaden aufgrund eines abgefallenen Zahnriemens“.
Wie konnte das sein?

Der Riemen war ganz, kein Riss, kein Zahnausfall, nichts.
Nur das Zahnriemenrad war einfach von der Kurbelwelle abgefallen und die Ventile durch Aufschlagen auf die Kolben verbogen: Exitus des Motors.
Die Sichtprüfung ergab eine abgerissene Befestigungsschraube, vermutlich aufgrund einer nicht korrekten Montage. Auch die Nut des Rades für die Scheibenfeder war stark eingearbeitet. Die telefonische Rücksprache mit dem Kunden ergab, dass der Riemen vor ca. 10 000 km im Rahmen der Bekanntenhilfe getauscht worden war und der Leistungsverlust vor unserer Reparatur schon zweimal aufgetreten sei, ohne dass die aufgesuchten Werkstätten (es waren verschiedene!) eine Ursache fanden.
Man einigte sich mit dem Kunden auf einen Tauschmotor und sagte einen „Freundschaftspreis“ für die Montagekosten zu (weil wir den Fehler bei der Vor-Reparatur nicht erkannt hatten).