Unlängst hatten wir in unserem Karosseriebetrieb „Feuer unterm Dach“:
Eine von uns soeben instand gesetzte Luxuslimousine stand nach der Probefahrt, in dicke Rauchwolken gehüllt, auf unserem Hof. Der Unterboden hatte Feuer gefangen.
Der Brand war schnell gelöscht, die Ursache konnten wir uns jedoch erst nicht erklären und den Zusammenhang mit unserer Reparatur nicht erkennen.
Was hat der Brand des Unterbodens mit der Reparatur eines leichten Blechschadens im Frontbereich zu tun?
Bei der Zurückverfolgung des Schadens erkannten wir, dass der Unterboden durch Kraftstoff, der sich am Katalysator entzündet hatte, entstanden ist. Wo kam der Kraftstoff her?
Bei einem erneuten Probelauf des V12-Aggregates stellten wir fest, dass eine Zylinderreihe komplett „den Dienst eingestellt“ hatte, der Kraftstoff unverbrannt in den Katalysator gelangte und sich dort entzündete.
Unserem „Testfahrer“, der nicht alle Tage einen 12-Zylinder bewegen durfte, war das Fehlen von sechs Zylindern gar nicht aufgefallen. Das brachte uns aber bei der Suche nach dem Fehler noch nicht weiter. Wir konnten uns den Ausfall der kompletten Zylinderreihe nicht erklären. Im prallvollen Motorraum schien alles in Ordnung:
es ging zwar sehr knapp her, aber der Motor hatte bei dem leichten Frontcrash offenbar keinen Schaden genommen. Auch die Sichtprüfung der Zündanlage, die sofort ins Visier unserer Ermittlungen genommen wurde, wies augenscheinlich keine Beschädigung auf. Nach der Demontage der Verteilerkappenabdeckung aus Kunststoff war zu erkennen, dass die darunter liegende Verteilerkappe gebrochen war, der Verteilerfinger war ebenfalls zerstört.
Somit war die Ursache für die aussetzende Zylinderreihe ermittelt, die mit zwei Verteilern ausgerüstete Zündanlage funktionierte nur noch zur Hälfte. Rätselhaft blieb für uns allerdings noch der Zusammenhang mit dem Unfallschaden. Eine unscheinbare Druckstelle an der Verteilerkappenabdeckung brachte uns dann auf die richtige Spur:
Das ganz knapp vor dem Verteiler befindliche Frontblech war bei dem Unfall doch stärker verformt worden, anschließend jedoch wieder etwas zurückgefedert. Die Kunststoffkappe fing den Stoß elastisch ab, die darunter liegenden harten Bauteile Verteilerkappe und -finger gingen jedoch zu Bruch. Da das Blech bei der Schadensaufnahme keinen Kontakt mehr zu den Zündungsbauteilen hatte, wurde dieser Schaden zunächst übersehen.

Wir werden in Zukunft – gerade bei Fahrzeugen wo es im Motorraum besonders eng hergeht – auch an solche Möglichkeiten denken.