Einer unserer Kunden war mächtig stolz auf seinen Jahreswagen, den wir ihm neulich aushändigten.
Bei der Übergabedurchsicht war noch alles in Ordnung, doch der Kunde war noch nicht einmal vom Hof gefahren, als er seinen Diesel abstellte und ins Kundendienstbüro eilte. Die Ladekontrollleuchte sei angeblich nicht ausgegangen, auch nicht beim Hochbeschleunigen des Motors.
Wir starteten den Motor, doch die Ladekontrollleuchte erlosch ordnungsgemäß bereits bei Leerlaufdrehzahl. Sicherheitshalber überprüften wir noch die Batterie und den Generator, konnten aber keinen Fehler feststellen. So baten wir den Kunden, erst einmal weiterzufahren, und sollte der Fehler nochmals auftreten, sich bei uns zu melden.
Das tat er dann auch – zwei Tage später konnte er uns die Beanstandung sogar vorführen. Die Ladekontrollleuchte ging nicht aus und der Ladestrom, den wir sofort prüften, war gleich null. Wir stellten den Motor ab, und beim nochmaligen Starten desselben war der ganze Spuk wieder vorbei.
Also tippten wir auf einen Defekt im Regler und wechselten diesen aus. Der Erfolg blieb jedoch aus, da der Kunde am nächsten Tag wieder da war – und wie sollte es auch anders sein, mit dem gleichen Fehler, der nur sporadisch auftrat. Da sämtliche Kabelverbindungen und die Batterie nach einer nochmaligen Überprüfung keinen Fehler aufwiesen, blieb uns nichts anderes übrig – dachten wir –, als den Generator auch noch zu erneuern.
Leider brachte auch diese Aktion keinen Reparaturerfolg.
Als dann der Fehler zufällig wieder bei uns in der Werkstatt auftrat, bemerkte ein Kollege etwas Sonderbares:
Die Riemenscheibe des Generators hatte eine deutlich höhere Drehzahl als der Rotor. Das konnte man recht deutlich durch die Schlitze erkennen. Jetzt ging uns ein Licht auf:
Die Riemenscheibe war mit einem Freilauf als Überlastungsschutz ausgestattet, der leider nur zeitweise die Verbindung zwischen Riemenscheibe und Generatorwelle schlupffrei herstellte. Da der neue Generator ohne Riemenscheibe geliefert wurde, bauten wir das defekte Teil, ohne es zu wissen, wieder ein.
So bestellten wir noch die Riemenscheibe, montierten sie auf den alten Generator und der Fehler war aus der Welt geschafft.