Ein Kunde bat uns um Hilfe, da an seinem Geländewagen die Kontrollleuchte der elektronischen Automatikgetriebesteuerung einen Fehler im System signalisierte. Der Fehlerspeicher zeigte uns einen Defekt am Geschwindigkeitssensor an.
Wir bestellten das Ersatzteil und bauten es am nächsten Tag ein.
Die anschließende Probefahrt verlief ohne weitere Zwischenfälle und wir gaben das Fahrzeug an den Kunden zurück.
Nach ungefähr einer halben Stunde kam der Kunde jedoch wieder zurück.
Die Kontrollleuchte war wieder an und der gleiche Fehler im Speicher vorhanden. Wir überprüften nun die Verkabelung, die Anschlüsse sowie das Signal des Geschwindigkeitssensors mit Hilfe des Oszilloskopes. Ein Fehler war aber auch hier nicht zu erkennen.
Durch Zufall entdeckten wir eine Antenne für ein Navigationssystem, obwohl das montierte Radio nicht für ein solches System ausgelegt war. Als wir den Kunden daraufhin befragten, teilte er uns mit, dass sein Navigationsgerät bei einem Radiofachbetrieb in Reparatur sei und man ihm das Radiogerät leihweise montiert hätte.
Nach dem Ausbau des Gerätes erkannten wir nun den Fehler.
Zum Radiostecker führte eine Leitung mit dem Geschwindigkeitssignal für die geschwindigkeitsabhängige Lautstärkeregelung. Trotz vorhandenem DIN-Stecker schaltete das Radio beim Einschalten die Bordspannung in die Signalleitung. Das Getriebesteuergerät konnte nun das Geschwindigkeitssignal nicht mehr erkennen und ging in das Notlaufprogramm. Nach Abklemmen des Radios lief der Wagen wieder einwandfrei.
Wenn wir den Kunden vor Reparaturbeginn genauer gefragt hätten, wann der Fehler auftritt bzw. was am Fahrzeug verändert wurde, wäre die Fehlerbehebung vielleicht etwas einfacher gewesen.