Einer unserer Großkunden hatte mit einem 7,5-t-Verteilerfahrzeug eine Panne auf der Autobahn. Wir wurden über Notruf informiert und entsandten daraufhin einen Mechaniker. Diesem wurde vor Ort mitgeteilt, dass der Motor schlagartig seinen Öldruck verloren und die diesbezügliche rote Warnleuchte den Fahrer zum Abstellen des Motors aufgefordert hatte.
Nach der Kontrolle des Ölstandes, der sich als korrekt erwies, offenbarte ein Startversuch wieder einen optimalen Öldruck.
Dieser Vorfall und die genannten nachfolgenden Prüfungen und Maßnahmen wiederholten sich insgesamt sechsmal. Danach kam das Fahrzeug in unsere Werkstatt, um den vermuteten Ausfall der elektrischen Anlage zu überprüfen. Weder eine ausführliche Kontrolle aller relevanten Einzelteile noch eine ebensolche Probefahrt brachten uns jedoch weiter.
Letztere zeigte hingegen erneut das bekannte Spiel: schlagartiger Abfall des Öldrucks und beim nachfolgenden Startversuch sofort wieder vorhandener Druck. Wir demontierten nun die Ölwanne, um die mechanische Ölpumpe zu kontrollieren – ebenfalls ohne greifbares Ergebnis. Erst das Reinigen der Ölwanne brachte die Ursache des Öldruckabfalls ans Licht: Ein Stück Pappe in der Größe eines DIN-A4-Blattes lag darin und wurde offenbar regelmäßig von der Ölpumpe angesaugt.
Nach dem Abstellen des Motors setzte sich die Pappe wieder auf den Ölwannengrund ab und gab somit die Ansaugöffnung wieder frei.
Für unseren Arbeitsaufwand stellten wir beim Fahrzeughersteller einen Garantieantrag und legten die zwischenzeitlich getrocknete Pappe als Anlage bei.
Das Werk kam für sämtliche Kosten auf.
Dass der Motor keine Schäden davontrug, ist jedoch ausschließlich der Umsicht des Fahrers zu verdanken.