Es schien eine leichte Übung zu werden – der Auftrag, den wir neulich zu bearbeiten hatten. Ein Kunde brachte nämlich sein Fahrzeug mit Dieselmotor in unsere Werkstatt und beanstandete, dass die Ladekontrollleuchte nach dem Start des Motors nicht mehr erlischt. Er sei schon ein paar Tage so gefahren, doch bevor die Batterie endgültig leer war, wollte er den Fehler suchen lassen. Unser Annahmemeister öffnete die Motorhaube und es genügte ein kurzer Blick für die Diagnose: Der ausgelutschte Generatorkeilriemen hing schlapp und lose auf der Riemenscheibe.
Kein Problem, dachten wir und tauschten auch gleich die Antriebsriemen für Servolenkung und Klimaanlage aus, da diese ebenfalls verschlissen und rissig waren. Die böse Überraschung kam erst, als der Mechaniker nach erledigter Arbeit zur Probe den Motor startete. Erst gab es ein lautes, kreischendes Geräusch. Der Mechaniker gab im Leerlauf zweimal Gas, wobei das Geräusch mit steigender Drehzahl an Intensität zunahm. Dann stieg Qualm aus dem Motorraum auf, es gab einen Schlag und plötzlich war das Kreischgeräusch verstummt. Verschreckt stellte der Mechaniker den Motor ab und zu seiner großen Überraschung fand er den gerade erst erneuerten Generatorkeilriemen zerfetzt im Motorraum liegen.
Was war passiert?
Eine kurze Überprüfung ergab, dass der Rotor völlig blockiert war. Wir bauten dann den Generator aus, zerlegten ihn und diagnostizierten total zerstörte Lager. Nachdem wir ein Austauschaggregat und einen neuen Keilriemen eingebaut hatten, funktionierte alles einwandfrei.
In Zukunft wird bei uns auch bei so simplen Aufgaben wie dem Keilriemenwechsel, die Prüfung der Leichtgängigkeit der Aggregate zu den Standardhandgriffen gehören.