Ein Kunde brachte vor kurzem sein Fahrzeug in unsere Werkstatt und reklamierte einen zu hohen Kraftstoffverbrauch.
Standardmäßig überprüften wir als Erstes, ob ein Fehler im Fehlerspeicher des Motorsteuergerätes hinterlegt war. Wir wurden auch gleich fündig, denn das Diagnosegerät meldete, dass die Lambdaregelung ohne Funktion sei.
Froh darüber, den Fehler so schnell gefunden zu haben, ersetzten wir die Lambdasonde, löschten den Fehlerspeicher und machten vor der Fahrzeugübergabe an den Kunden noch eine Probefahrt. Als wir abschließend den Fehlerspeicher sicherheitshalber noch einmal auslasen, wunderten wir uns, dass die gleiche Fehlermeldung wieder hinterlegt war. Eine genauere Überprüfung des Motors förderte ein zu fettes Gemisch sowohl im Leerlauf als auch im Teillastbereich ans Tageslicht. Die Lambdasonde stand am Fettanschlag, von einer Regelung war keine Spur. Was konnte nur die Ursache für die Überfettung sein?
Das Oszilloskopbild des Einspritzsignals wies nicht auf einen Fehler in der Signalsteuerung hin, also war die Ursache nur noch im Bereich der Kraftstoffversorgung zu suchen. Wir überprüften daraufhin den Kraftstoffdruck und stellten fest, dass dieser deutlich über dem Maximalwert der Herstellerangaben lag. Logische Schlussfolgerung: Der Kraftstoffdruckregler musste defekt sein. Wir bestellten erwähntes Bauteil, montierten es am nächsten Tag und waren sehr enttäuscht als wir feststellten, dass der Kraftstoffdruck immer noch zu hoch war. Als wir dann Schritt für Schritt die Rücklaufleitung bis zum Kraftstofftank verfolgten, entdeckten wir eine Stelle am Fahrzeugboden, an der die Leitung offenbar durch ein Steinschlag abgeknickt war. Das war dann auch letztendlich die Ursache für den zu hohen Kraftstoffdruck und den dadurch resultierenden erhöhten Kraftstoffverbrauch. Nachdem die Rücklaufleitung wieder instand gesetzt war, stimmte der Kraftstoffdruck und auch die Lambdaregelung funktionierte wieder einwandfrei.
Dieser Fall hatte uns gelehrt, einerseits nicht blind den Aussagen des Fehlerspeichers zu glauben und andererseits die Ursache für unplausible Messwerte bis zum Ende zu verfolgen.