Kürzlich hatte eine Werkstatt es mit einem Problem an der Motorsteuerung zu tun. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um ein etwa fünf Jahre altes Sportcoupé mit 1.7-l- Einspritzmotor und so genanntem EEC-V-Motormanagement. Eine andere Werkstatt hatte mittlerweile das dritte Motorsteuergerät eingebaut, ohne die Ursache für die kurz aufeinander folgenden Ausfälle gefunden zu haben. Nach Aussage des Kunden starb der Motor während der Fahrt ab und ließ sich anschließend nicht mehr starten. Bei der letzten Überprüfung hatte man festgestellt, dass die Leitung zur Klemme 13 des Diagnosesteckers einen Masseschluss aufwies. Über diese Klemme kann das Motorsteuergerät mit dem markenspezifischen Werkstatt-Diagnose-System neu programmiert werden. Da die andere Werkstatt annahm, mit dem Kurzschluss die Ursache für den Steuergeräteausfall gefunden zu haben, wurde das dritte Motorsteuergerät verbaut.

Zehn Tage danach musste das Fahrzeug allerdings wieder abgeschleppt werden. Auch im aktuellen Fall lautete die Diagnose “Steuergerät defekt”. Eine erste Überprüfung ergab, dass der Diagnosetester keine Kommunikation mit dem Motorsteuergerät aufbauen konnte. Durch den probeweisen Einbau eines neuen Steuergerätes funktionierte die Verbindung einwandfrei und nach Programmierung und Initialisierung der Wegfahrsperre ließ sich das Fahrzeug einwandfrei starten. Daraufhin entschloss die Werktstatt sich, ein Prüfbox am Kabelbaum anzuschließen, um verschiedene Messungen durchzuführen. Allerdings konnte diesmal kein Masseschluss auf Klemme 13 festgestellt werden. Auch Überspannungen aus dem Bordnetz oder eine zu große Oberwelligkeit des Generators konnte ausgeschlossen werden. Um bei der weiteren Fehlersuche das neue Steuergerät nicht gleich “abzuschießen”, steckte die Werkstatt zu Versuchszwecken ein gebrauchtes Steuergerät ein. Duch Anlegen einer höheren Spannung (24V) wurde versucht, das Steuergerät absichtlich zu zerstören. Auch wurde Klemme 13 auf Masse gelegt - nichts passierte, das S teuergerät blieb voll funktionsfähig.

Nachdem die Werkstatt auch die Zündspule und die diversen Dioden im Stromkreis der Motorregelung überprüft hatten, wurde der Kabelstrang näher untersucht. Dabei wurden die Mechaniker fündig: Sie entdeckten eine Scheuerstelle am Trockner der Klimaanlage. Die Isolation des Kabels für die Ansteuerung eines Einspritzventils war durchgescheuert, so dass eine Masseverbindung über das Trocknergehäuse möglich war. Weil aber die Einspritzventile masseseitig vom Motormanagement angesprochen werden, konnte diese Scheuerstelle nicht die Ursache für den Steuergerätedefekt sein.

Um weitere Details zu den Begleitumständen zu erfahren, hielt die Werktstatt telefonische Rücksprache mit dem Fahrzeughalter. Sie wollte wissen, ob das Ausgehen des Motors von Ruckeln oder Ähnlichem begleitet war. Der Besitzer bestätigte zwar, dass der Motor in der Vergangenheit während der Fahrt “ab und zu mal” Aussetzer hatte, bisher aber immer bei gleichmäßiger Fahrt ausgegangen war und sich dann nicht mehr starten ließ. Deshalb wurde der angescheuerte Kabelstrang zerlegt und es wurde eine weitere Scheuerstelle zwischen dem Kabel für die Spannungsversorgung (Referenzspannung 5V) des Drosselklappen-Positionssensors und der Leitung für die Spannungsversorgung (12V) des Einspritzventils entdeckt. Damit war der Werkstatt klar, weshalb das Motorsteuergerät immer wieder seinen Dienst versagte: Durch das zeitweilige Anliegen der Spannung von 12V (über die Scheuerstelle) zum Spannungswandler des Steuergerätes wurde jedes Mal das Motorsteuergerät zerstört.